Programm WiSe 2015/16

Die Vorträge finden jeweils ab 18 h in der St. Markus Kirche München (Gabelsbergerstr. 6, 80333 München) statt.

26.10.2015
Hendrik Meyer-Magister
Das Christentum und seine Werte als Stütze des Abendlandes?

Was macht „uns Deutsche“ und „unsere“ Kultur eigentlich aus? Die verstärkte Zuwanderung der letzten Jahre hat Fragen wie diese in der deutschen Öffentlichkeit wieder laut werden lassen. Nicht selten wird dann auf die „Werte des christlichen Abendlandes“ Bezug genommen, die es zu bewahren und zu verteidigen gelte. Was ist aber das „Abendland“, was sind seine „Werte“ und wie „christlich“ sind diese eigentlich? Und wie kann der Beitrag des Christentums zu einer zukunftsfähigen europäischen Kultur aussehen?

09.11.2015
Felix Teuchert
Die Kirche als Integrationsagentur? Der Umgang der Kirchen mit den Vertriebenen

Zuwanderung und die Debatten darüber vermochten damals und heute die Gemüter zu erhitzen. Zeit also für eine kleine historische Vergegenwärtigung und Ernüchterung: Wie ist die gebeutelte Nachkriegsgesellschaft mit der enormen Herausforderung der Integration der Vertriebenen umgegangen? Die protestantische Auseinandersetzung mit der Vertriebenenproblematik weist ausgesprochen viele Facetten auf: Von der karitativen Nothilfe, über den Umgang mit der konfessionellen Differenz bis hin zur Einmischung in politische Debatten. Insbesondere die Ostdenkschrift vermochte die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft zu polarisieren wie kaum eine EKD-Denkschrift davor oder danach. Der Vortrag rekonstruiert den Umgang der evangelischen Kirche mit den Vertriebenen: Waren die Kirchen Integrationsagenturen oder Brandbeschleuniger?

14.12.2015
Katja Bruns
Rechts, links, Mitte – Wie viel politische Topographie braucht die Kirche?

Bis 1918 bzw. 1945 bestand in Deutschland eine enge Verbindung zwischen Evangelischen Kirchen und dem Staat, so dass mit Blick auf das Soziale die politischen Entwicklungen einen überaus starken Einfluss auf theologische Fragen hatten. Der Vortrag wird anhand einiger Stationen der theologischen Entwicklungen des evangelischen Sozialethikers Heinz-Dietrich Wendland (1900-1992) diese Bewegung aus Trennung und Neukonstitution nachzeichnen. Dabei soll deutlich werden, wie sich in seinen Arbeiten liberales, konservatives und linksprotestantisches theologisches Denken zu einer konstruktiv-kritischen Auseinandersetzung mit Fragen der Demokratie und der Gesellschaft verbindet.

11.01.2016
Tobias Schieder
Gebetsraum, Kopftuch, Kruzifix – Kontroversen um Religion in der Schule aus verfassungsrechtlicher Perspektive

In keinem gesellschaftlichen Bereich stellt sich die Frage nach der religiös-weltanschaulichen Neutralität des Staates – und damit eine Kernforderung der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit – mit einer ähnlichen Schärfe wie in der Schule. Muss der Staat die Unterrichtsräume im Namen der Neutralität von religiösen Symbolen frei halten? Wie neutral müssen seine Lehrkräfte sein? Inwiefern verbietet diese Neutralität auch das individuelle Gebet des Schülers? Zu all diesen Fragen haben die Gerichte, allen voran das Bundesverfassungsgericht, versucht Antworten zu geben. Der Vortrag stellt Kontinuitäten und Wandlungen bei der Beantwortung dieser Fragen in Rechtsprechung und Rechtswissenschaft vor und versucht Entwicklungsperspektiven zu skizzieren.

25.01.2016
Philipp Stoltz
Evangelisch in München. Ein Stadtspaziergang

Wie kam der Protestantismus in das katholische München und wo hinterließ er seine Spuren? Wieso gibt es (noch) keine evangelische Kirche in der Altstadt? Die Kirchengebäude in München – ihre Standorte und ihre Gestaltung – geben Aufschluss über die bewegte Geschichte der Protestanten mit ihrer Stadt.

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