Philipp Stoltz: Gemeinde im Zentrum

Protestantische Strukturen und evangelischer Kirchenbau sind eng miteinander verflochten: Das eigene Selbst- und Gesellschaftsverständnis schlägt sich dort architektonisch nieder und prägt sowohl das öffentliche Bild von Kirche als auch das kirchliche Leben, das in den Räumen stattfindet.

Doch alles Leben unterliegt einem ständigen Wandel und so kann es geschehen, dass veränderte gesellschaftliche oder kirchliche Strukturen mit den ursprünglichen Raumkonzepten inkompatibel werden, dass sich die Gebäude gegen die neuen Anforderungen sperren. Solche Konflikte werden meist an den Räumen durch Nutzungsveränderungen und Umgestaltungen gelöst, im extremsten Fall werden Räume, die keine Funktion mehr haben, abgestoßen. Viele Kirchengebäude sind davon betroffen, in besonderem Maße auch Gemeindezentren. Doch sollten nicht auch die Potentiale der Räume für das kirchliche Leben neu durchdacht werden? Welche Grundverständnisse liegen diesen Konflikten zugrunde?

Gegenwärtig gewinnt wieder die Rolle des Pfarrberufs als „Schlüsselberuf der Volkskirche“ an Relevanz für die kirchliche Arbeit. Entsprechend wandelt sich das Verständnis kirchlicher Räume: Sie werden zunehmend aus der Perspektive des Pfarrberufs wahrgenommen und danach beurteilt, welche Funktion sie für ihn erfüllen. Dabei entspricht der dreifachen Gestalt des Pfarramts aus kirchlichem, privaten und öffentlichen Christentum strukturanalog im Kirchenbau das Ensemble von Sakralbau, Pfarrhaus und Gemeinderäumen. Mit dieser Pfarramts-Perspektive auf Kirchenbau geht eine Kritik an der Besetzung von Gemeindezentren als „Wohnzimmer“ durch den inneren Kreis der aktiven Gemeindemitglieder einher, wie sie beispielsweise Klaus Raschzok in seinem Beitrag „Gemeindezentrum im Wandel“ (Kirche+Kunst 1+2.2014) geäußert hat.

Geistliches, gemeinschaftliches und gesellschaftliches Leben der Gemeinde

Das ursprüngliche Konzept, das den Gemeindezentren zugrunde liegt, stellt jedoch nicht den Pfarrberuf in den Mittelpunkt der Überlegungen, sondern das geistliche, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Leben der Gemeinde. Unter Gemeinde wird dabei nicht ein exklusiver Kreis verstanden, sondern in programmatischer Offenheit das gesamte Gemeinwesen, auf dessen engagierte Mitgestaltung des Gemeindeleben ausgerichtet ist. Entsprechend dem Grundsatz „Ein Leib, viele Glieder“ üben Pfarrer*in und Mitglieder ihren Dienst gemeinsam und partnerschaftlich aus. Den genannten drei Formen des Gemeindelebens entspricht das Raumkonzept des Gemeindezentrums.

Das geistliche Leben bildet den Kern, aus dem die Gemeinde ihre Kraft schöpft. Aus diesem Grund ist das geistliche Leben der Gemeinde nicht ausgesondert, sondern mit eingebettet in alle ihre Vollzüge. Dementsprechend sollte auch der Gottesdienstraum nicht ausgesondert werden. Er sollte sich weder durch räumliche Separation noch durch formelle Andersartigkeit von den übrigen Räumen unterscheiden, sondern den Mittelpunkt des gesamten Gebäudekomplexes bilden. Die Gruppenräume durchdringen und umschließen den gottesdienstlichen Raum und entgrenzen ihn dadurch. Gegen Ende der 1960er Jahre diskutierten Theologen wie Hans-Eckehard Bahr, Ernst Lange oder Manfred Josuttis eine „Entsakralisierung“ des Kirchenbaus: Sie bemängelten, dass der größte Raum der Kirche nur an einer Stunde in der Woche genutzt werde, dass die enormen Ausgaben für repräsentative Gestaltungen auch sinnvoller investiert werden könnten. Das war nur vordergründig eine ökonomische Argumentation. Im Hintergrund stand die theologische Kritik an einem zu scharfen Dualismus von Sakral und Profan und einem provinziellen Rückzug der Kirche aus der Welt. Sie mahnten mit Recht, dass die Abgrenzung eines heiligen Bezirks theologisch nicht zu rechtfertigen sei. Christus ist nicht an besonderen Orten anwesend, sondern in der gelebten Gemeinschaft in seinem Namen.

Das gemeinschaftliche Leben der Gemeinde versteht sich darum auch nicht als Gegenstück, sondern als konsequente Folge des geistlichen Lebens. Denn das geistliche Leben braucht einen lebendigen Bezug zur Praxis und findet seine Bestätigung in seiner Lebensrelevanz. Alle Gemeindeglieder haben gemeinsamen Anteil an dem Gemeindeleben. Dieses gemeinschaftliche Leben vollzieht sich vor allem in den Dienstgruppen, Projekten und Kreisen der Gemeinde, es bietet dadurch eine Lebensmitte. Dementsprechend schafft das Gemeindezentrum  einen halböffentlichen Raum, ein „Wohnzimmer“, sowohl für die Gemeinde als auch für andere, denen das Gebäude immer offen stehen sollte. Das gemeinschaftliche Leben ist nämlich immer dann gefährdet, wenn es der Gemeinde nicht mehr gelingt, offen zu bleiben und sich auf Neues einzulassen. Wenn sich in den Gruppen immer nur eine Kerngemeinde trifft und die Jugendgruppe nahtlos in den Seniorenkreis übergeht, ist dies das Ergebnis einer Fehlentwicklung, einer mangelnden Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der übrigen Gemeindeglieder. Nicht ohne Grund  vollzog sich das Gemeindeleben zur Anfangszeit der Gemeindezentren in Projektgruppen, die sich ständiger Reflexion und flexibler Neukonzeption unterziehen sollten. Dieses „Wohnzimmer“ braucht Räume, in dem sich das gemeinschaftliche Leben entfalten kann. Dazu müssen sie sich flexibel an die sich wandelnden Anforderungen und veränderten Situationen der Gruppen anpassen lassen. Das gelingt in modernen, multifunktionalen Gemeindezentren deutlich besser als in klassischen Kirchengebäuden, wo Nutzungsveränderungen oder -erweiterungen häufig mit hohem Aufwand und deutlichen ästhetischen oder funktionalen Abstrichen verbunden sind.

Es ist nur konsequent, dass das Gemeindezentrum auch eine Rolle für das gesellschaftliche Leben übernimmt. Wenn das Leben der Gemeinde nicht an den Wänden des Gottesdienstraumes halt machen soll, muss es erst recht über die Mauern des Gemeindezentrums hinausgehen. Das ist vor allem dort wichtig, wo ansonsten keine öffentlichen Räume zur Verfügung stehen. Gemeindezentren entstehen fast ausschließlich in einem urbanen Umfeld, indem das gesellschaftliche Leben nur unter erschwerten Bedingungen gedeiht. Häufig können sich aufgrund häufiger Umzüge nur kurzlebige soziale Netzwerke bilden, die kommunale Planung sieht außerdem zu wenige Ressourcen und Räume vor oder überlässt diese der marktwirtschaftlich organisierten Unterhaltungsindustrie, die es Randgruppen erschwert am öffentlichen Leben teilzuhaben. Ganz im Sinne der Subsidiarität versuchen die Dienstgruppen der Gemeindezentren diese Missstände auszugleichen. Sie orientieren sich dabei an den Bedürfnissen der gesamten umliegenden Gesellschaft. Und dabei kommt schnell eine Gruppe in den Blick, die für das Gemeindezentrum besonders wichtig ist: Die „Randsiedler“ der Gemeinde, die wir heute als distanziert-verbunden-kirchliche Gemeindeglieder bezeichnen würden. Der Großteil dieser Menschen erwartet von der Kirche eine Hintergrunderfüllung religiöser Bedürfnisse, dass also die Kirche eine gesellschaftliche Position einnimmt und ausfüllt, dass sie einfach da ist, selbst wenn sie nur punktuell in Anspruch genommen wird. Es ist häufig das Ziel volkskirchlicher Bemühungen, diese Menschen für das Gemeindeleben zu aktivieren und sie wieder in die Kirchen zu holen. In den Gemeindezentren will die Kirche zu den Menschen kommen: Die Kirchengemeinde muss für sie konsequent ansprechbar und erreichbar sein. Sie sollte bereit sein, Menschen gastfreundlich in ihre Räume aufzunehmen, auch wenn sich ein punktuelles Engagement nicht immer sofort in eine dauerhafte Beteiligung überführen lässt. Dazu brauchen die Gemeinden nicht nur theologische Kompetenz, sondern vor allem die Laien und Randsiedler als „Experten des Alltags“, die mit ihrer eigenen Kompetenz eine wichtige Scharnierfunktion übernehmen. Und die ausgeprägte Fest- und Feierkultur der Gemeinden hat hier ihren Ursprung und ihre Berechtigung. Architektonisch lässt sich dieses Konzept deutlich ablesen: Das Zentrum ist fast immer Teil einer Passage oder eines öffentlichen Platzes, die Eingangsbereiche sind weit und münden in ein Foyer. Die Räume sind ebenerdig und horizontal orientiert. Sie fügen sich in ihr städtebauliches Umfeld nahtlos ein, indem sie sich profaner Formen bedienen und auf repräsentative Merkmale verzichten. Vor allem aber versucht man auffällig häufig, noch weitere, nichtkirchliche Funktionen in das Gebäude zu integrieren, seien es Ladenlokale, Bankfilialen, Arztpraxen oder gastronomische Betriebe. Indem man solche Räume in das Gemeindezentrum einbaut, kann man die räumliche Separation der Kirche durchbrechen, infrastrukturelle Gravitationskraft entfalten und mitten in die Gesellschaft einwandern.

Das geistliche, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Leben der Gemeinde braucht Räume. Das Gemeindezentrum umfasst alle Facetten dieses Lebens, indem es sie aufeinander bezieht und miteinander verzahnt. Entscheidend für den Erfolg des Konzepts ist es, sie alle voll auszuschöpfen und nicht auf einer Stufe stehen zu bleiben.

Evangelisch in Nürnberg-Langwasser

Eines der Bauwerke, in denen sich dieses Konzept konkretisieren lässt, ist das Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum in Nürnberg-Langwasser, das 1976 eingeweiht wurde. Es entstand mitten in einer der größten Neubausiedlungen Nürnbergs. Hier sollte Wohnraum für insgesamt 40000 Einwohner geschaffen werden. Neben einem großen Einkaufszentrum war ein großes Gemeinschaftshaus vorgesehen, ansonsten mangelte es jedoch an kulturellen Angeboten. Die evangelische Kirche errichtete im Laufe der 40-jährigen Bauzeit der Siedlung vier Kirchen, unter ihnen das Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum. Die junge Gemeinde fand keine gewachsenen Strukturen vor und war in den ersten Jahren in einem provisorischen Bau untergebracht, die Planung des Zentrums vollzog sich also parallel zum Gemeindeaufbau.

Gemeindezentrum Nürnberg-Langwasser
Modell des Gemeindezentrums (Quelle: Gerhard Heinz, Qualitätsprüfung für ein Gemeindezentrum, in: Kirche+Kunst 1/78)

Den Mittelpunkt dieses Gebäudes bildet der „Festliche Saal“, der auch für die Gottesdienste der Gemeinde genutzt wird. Der kristalline Kubus mit abgeschrägten Kanten besteht aus unverputzten Ziegelwänden und Glasflächen und wird an allen vier Seiten von Betonstelen flankiert. Traditionelle Formen des Sakralbaus entdeckt man an ihm ebenso wenig wie natürliche Werkstoffe. Stattdessen ähnelt der Bau stark den Multifunktionshallen des Nürnberger Messegeländes, das zur selben Zeit in unmittelbarer Nähe gebaut wurde. Diese Anlehnung an industrielle Bauformen geschah bewusst und ist typisch für Gemeindezentren dieser Zeit. Auch der Innenraum des Saals orientiert sich am zeitgenössischen funktionalen Baustil: Das offene Dachgerüst aus Mero-Metallgestänge findet sich so auch in den Nürnberger Messehallen, aber auch in anderen Gemeindezentren wie dem ökumenischen Zentrum im Olympischen Dorf in München von 1972. Der Raum ist nicht gerichtet, er lässt sich flexibel nutzen und liturgisch gestalten. Meist steht der Altar in der Mitte, zu besonderen Festen kann der Raum aber auch auf den erhöhten bühnenartigen Bereich oder auf das Kreuz an der Wand daneben ausgerichtet werden. Neben dem gottesdienstlichen Gebrauch dient dieser Hauptraum auch anderen Veranstaltungen. Außerdem ist er durch Trennwände in bis zu vier einzelne Räume mit je eigenen Zugängen unterteilbar. Er soll kein separater sakraler Raum sein, sondern der Mittelpunkt des Gebäudekomplexes und des Gemeindelebens. Die enge Verzahnung mit den übrigen Räumen des Gemeindezentrums und die „Entsakralisierung“ lässt sich an der Benennung „Festlicher Saal“ erkennen und zeigt sich darüber hinaus besonders an der raffinierten Gestaltung der Außenwand: Die Ziegelmauer und die großen Fensterflächen setzen sich im Inneren des Gemeindezentrums fort. Vom Saal aus blickt man auf die umstehenden Hochhäuser und zugleich in das Foyer. Der Saal bildet so einerseits einen in sich geschlossener Körper, verwächst aber im selben Moment mit dem restlichen Gebäude zu einer organischen Einheit. Die Grenzen zwischen Innen und Außen werden hier mit architektonischen Mitteln verwischt.

Festlicher Saal in Nürnberg-Langwasser
Der „Festliche Saal“ der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Nürnberg-Langwasser (eigene Aufnahme)

Für das gemeinschaftliche Leben der Gemeinde gruppieren sich um diesen Hauptraum mehrere zusätzliche Gruppenräume, die über ein weitläufiges Foyer miteinander verbunden sind. Sie alle sind funktional gestaltet, haben aber so wie der Saal individuelle Grundrisse. Der Clubraum öffnet sich zu einem kleinen Innenhof. Ein anderer rechtwinkliger Gruppenraum hat zu einer Seite eine Ausbuchtung, die entfernt an eine Apsis erinnert, interessanterweise hat die Gemeinde an dieser Stelle ein von Kindern gestaltetes Triptychon angebracht, so als ob es sich auch hier um einen weiteren halben Gottesdienstraum handle. Das Sekretariat, Jugendräume und ein Kindergarten sind in das Zentrum integriert und über das Foyer verbunden, haben aber zugleich separate Zugänge. Alle Räume durchzieht eine kassettierte Betondecke, die einzelnen Teile des Gebäudes sind eng aufeinander bezogen und verbinden sich zu einem geschlossenen Baukörper auf einer gemeinsamen Ebene. Zur Zeit der Erbauung mangelte es der Siedlung an öffentlichen und halböffentlichen Räumen, vor allem für Jugendliche und Kinder. Auch heute werden noch dringend Kinderbetreuungsmöglichkeiten benötigt, zugleich ist die Siedlung aber von einer massiven Überalterung betroffen, was wohl in absehbarer Zeit eine Neukonzeption der Angebote und Räume nötig machen wird. Anders als bei einem klassischen Kirchengebäude kann sich jedoch das Gemeindezentrum mit seinem flexiblen Raumprogramm schnell an die neuen Anforderungen anpassen. Hier konnte ein Gemeinderaum ohne baulichen Aufwand in einen Bewegungsraum für den Kindergarten umgewandelt werden, eine Rückführung wäre ebenso jederzeit möglich. Außerdem sind Gemeindezentren dank ihrer horizontalen Bauweise weitestgehend barrierefrei.

Die Traditionslosigkeit und das fehlende gesellschaftliche Leben in der Neubausiedlung wurden von der Gemeinde zum Gründungszeitpunkt als Herausforderung und Chance wahrgenommen.  Einer der ersten Pfarrer des Gemeindezentrums schreibt in der Jubiläumsschrift der Gemeinde: „Ziel unseres gemeinsamen Gemeindeaufbaues war es, die Bedürfnisse der Menschen in unserem Wohngebiet wahrzunehmen und Angebote zu schaffen, die diese Menschen mit Gemeinde und damit eben mit dem Evangelium in Kontakt bringen sollte.“ Durch die Einbindung von Alltagsbezügen sollte der Bevölkerung eine Lebensmitte geboten werden. In der Planungsphase hatte man auf das ursprünglich ausgewiesene prominente Grundstück verzichtet und stattdessen einen Platz am Grünstreifen mitten in der Wohnbebauung gewählt. Das leicht zugängliche, einladende Foyer kann von einem großen Vorplatz aus betreten werden. Ursprünglich sollte auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes durch das evangelische Siedlungswerk ein Ladenzentrum mit Geschäften, Arztpraxen einem Friseur etc. errichtet werden. Korrespondierend mit dem Gemeindezentrum wäre auf diese Weise ein kleiner Siedlungskern entstanden, mit der Gemeinde im Zentrum. Dieser zweite Bauabschnitt wurde jedoch nicht mehr ausgeführt, zum Schaden des Gesamtkonzeptes.

Die drei Formen des geistlichen, gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens sind durch das Gemeindezentrum ineinander integriert und aufeinander bezogen. Diese Gemeinschaft bleibt jedoch nicht auf sich selbst bezogen, sondern richtet sich in volkskirchlicher Offenheit an alle Bewohner des Siedlung. Auch architektonisch ist an diesem Bau zu erkennen, dass die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde nicht unter sich, sondern getreu ihrem Namensgeber eine „Kirche für andere“ sein will.

Fazit

Wenn Kirche in einem zunehmend entkirchlichten Umfeld an Einfluss gewinnen will, muss sie an Gravitationskraft gewinnen. Sie tut dies, indem sie sich für die Gesellschaft öffnet, sie gastfreundlich in ihre Räume aufnimmt und engagiert mitgestaltet. Sowohl die Räume als auch die Strukturen von Gemeindezentren sollten von Offenheit und Flexibilität geprägt sein. Das Gemeindeleben sollte sich nicht einschleifen, sondern immer neu reflektiert und konzipiert werden. Die Kritik an der Besetzung des Gemeindezentrums durch die kleine Gruppe der Engagierten deckt eine Fehlentwicklung auf und deutet auf eine Abschottung im binnenkirchlichen Milieu, eine zu enge Fokussierung auf das gesellige Leben und mangelnde Flexibilität der Gemeindestrukturen hin. Dennoch bleibt die Gemeinde im Zentrum, die Pfarrer*in hat in diesen Räumen keine Schlüsselfunktion, sondern erfüllt eines der vielen Ämter in einer lebendigen und mündigen Gemeinde. Das Gemeindezentrum aus der Perspektive des Pfarrberufs zu interpretieren hätte zur Folge, dass das „Wohnzimmer“ der Gemeinde nur noch als erweitertes „Vorzimmer“ des Pfarrbüros wahrgenommen und dadurch in seinem eigentlichen Potential eingeschränkt würde. Das geistliche, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Leben der offenen Gemeinde sollte im Zentrum stehen.

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