Tia Pelz: Gott will die Wende 

War der „Wind of Change“ der Heilige Geist? Die Kirchenhistorikerin Tia Pelz hat in ihrer Doktorarbeit Predigten aus der Mecklenburgischen und der Greifswalder Landeskirche zur Deutschen Wiedervereinigung untersucht und stellt in ihrem Beitrag für die Junge Akademie ihre Ergebnisse vor.

In demokratischen, „ruhigen“ Zeiten werden Fragen nach dem Verhältnis von Kirche und Staat, Christsein und Bürgersein zwar gestellt, entbehren jedoch einer gewissen tagesaktuellen Relevanz und Brisanz. Ist der Staat hingegen eine „Diktatur des Proletariats“ mit grundsätzlich atheistischer Weltanschauung, müssen sich Christen über ihre Rolle innerhalb ihres Landes häufig und notgedrungen Gedanken machen. Wieviel Staatsgehorsam muss sein, wieviel darf sein? Inwieweit dürfen sich Christen und Kirche in politische Angelegenheiten einmischen im Sinne ihres Wächteramtes? [1]

Solche Fragen mussten sich Pfarrerinnen und Pfarrer in der DDR immer wieder stellen, in den Jahren 1989/90 wurden sie ob der Tagespolitik brandaktuell, sowohl während der „friedlichen Revolution“ als auch nach den ersten freien Wahlen 1990.

Eine Dissertation zum Themenfeld „Politik und Kirche“ schien zum Beginn meiner Forschung im Oktober 2012 rein zeitgeschichtlicher Natur zu sein. In Zeiten von Pegida und „postfaktischen“ politischen Debatten werden Fragen nach dem politischen Mandat von Kirche in einer pluralistischen Gesellschaft erneut hochaktuell.

Ich begann mein Projekt mit zwei Arbeitshypothesen:

Erstens: 1989/90 wurde von den evangelischen Kanzeln in Ostdeutschland politisch gepredigt, ohne dabei die Verkündigung Jesu Christi aus dem Blick zu verlieren.

Zweitens: Das kirchliche, politische Engagement und die kurze Zeit der „vollen Kirchen“ 1989/90 wirkt bis heute in ostdeutschen Gemeinden und Predigten identitätsstiftend. So schrieb der pommersche, 2006 verstorbene Pastor Manfred Metz in seinen Memoiren: „Sollten wir nicht wie die jüdische Synagogalgemeinde das erste Gebot für lange Zeit einmal erinnernd sprechen: Ich bin der Herr dein Gott, der dir das Wunder der unblutigen Wende geschenkt hat?“ [2] Besonders interessierte mich zudem, ob sich solche Deutungen auch im Westen Deutschlands manifestieren konnten aus der „Zuschauerrolle“ heraus und welche Transformation die Erinnerung an die Rolle der Kirchen 1989/90 und das 1989/90 stark empfundene „Eingreifen Gottes in die Geschichte“ in den vergangenen 25 Jahren erlebte.

Quellen

Da insgesamt kaum Predigten in veröffentlichter Form aus den beiden betrachteten Landeskirchen, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburg (ELLM) und der Evangelischen Landeskirche Greifswald (ELKG) vorlagen, war ich auf die freiwillige Kooperation der Pastoren angewiesen.

Insgesamt wurden 346 Predigten (davon 335 unveröffentlichte) aus Gemeindegottesdiensten von 35 Pastoren (19 Pommern und 16 Mecklenburgern) gesammelt und ausgewertet. Zudem untersuchte ich 48 Predigten (darunter 41 unveröffentlichte) aus Friedens- bzw. Fürbittgebeten aus der mecklenburgischen und der pommerschen Landeskirche. Die Auswahl der Predigten bildet keineswegs das gesamte Spektrum der Predigtkultur in Mecklenburg und Vorpommern 1989/90 ab. Es ist vor allem ein Spiegel der politisch aktiven Prediger, die mir ihre Predigten freiwillig zur Verfügung stellten. Dies entspricht zwar quantitativ nicht einmal 1% der gehaltenen Kanzelreden 1989/90 [3], qualitativ ist aber aufgrund der sich wiederholenden Aussagen in den Predigten, sowie im Vergleich mit veröffentlichten Kanzelreden [4] davon auszugehen, dass die ausgewerteten Texte die Art und Weise politischer Zeitpredigt 1989/90 repräsentativ widerspiegeln.

Zwischen der Greifswalder und der Mecklenburgischen Landeskirche gab es im Umgang von Staat und Kirche kirchenpolitisch gewichtige Unterschiede. Die ELLM galt als feindlich-negative Landeskirche [5], die offiziell unierte, aber lutherisch bekennende ELKG galt als staatsnah und loyal [6]. Die Predigten wurden unter der Primärannahme gelesen, dass die Auseinandersetzung mit den politischen Fragestellungen der Zeit vornehmlich in lokal organisierten, oft kirchennahen Kreisen stattfand, deren Ergebnisse sich wiederum in den „normalen“ Predigten spiegelten, da viele Pastoren, andere kirchliche Mitarbeiter und christlich geprägte Laien auch in den Bürgerbewegungen aktiv waren.

Predigten als Quellen bieten dem Zeithistoriker besondere Möglichkeiten. Sie benennen zum einen tagespolitisch aktuelle Probleme, indem sie die Lebenswirklichkeit der Hörer zum Thema machen. Zum anderen rücken sie diese Ereignisse immer ins Licht der christlichen Verkündigung, benennen also nicht nur, sondern versprachlichen die Lage der Hörer religiös und bieten so mit Andreas Kubik gesprochen eine „kulturhermeneutische Interpretation des situativen Elements“ [7]. Damit erleichtern sie Kirchenhistorikern das Verständnis dafür, wie die damalige Situation erlebt wurde, weil mindestens eine zeitgenössische Deutung, nämlich die des Predigers bzw. der Vorbereitungsgruppe, immer schon mitgeliefert wird.

Neben den Predigten nutzte ich Zeitzeugeninterviews aus der Literatur [8] und erstellte einen eigenen Fragebogen für die Pastoren. Diese Zeitzeugnisse können zwar nicht den Blick in Geschichtsbücher und Chroniken ersetzen, da sie Erlebnisse und keine Gesamtzusammenhänge schildern, sind aber als Teil des geschichtlichen Begreifens wertvoll, um die Predigten heute, nach über 25 Jahren, besser verstehen zu können. Sie leisten aus der Sicht der Protagonisten dasselbe wie der Forscher: Sie interpretieren die Geschichte nachträglich aus dem gegenwärtigen Bewusstsein heraus.

An die Predigtquellen stellte ich zunächst drei große Arbeitsfragen:

  1. Wozu wurde politisch aufgerufen?
  2. Wie wurden die politischen Ereignisse auf dem Weg zu deutschen Einheit von den Predigern theologisch gedeutet?
  3. Wie kirchlich war die friedliche Revolution im Norden der DDR anhand dieser Ergebnisse?

Und eine vierte Frage stand mir vor Augen, nachdem ich die Predigten von 1989/90 ausgewertet hatte: Wie wurde die friedliche Revolution nach 1990 bis 2010 von evangelischen Pastoren in Ost und West gedeutet?

Um die zahlreichen Predigten miteinander vergleichen zu können, ordnete ich die Texte thematisch drei großen Komplexen zu: Erstens untersuchte ich die im weitesten Sinne tagespolitischen Themen. Diese grenzte ich zweitens von sozialethischen Themen ab. Und drittens wendete ich mich den verkündigenden, theologischen Fragen zu.

Grundsätzlich sind sich die Prediger in ihren theologischen und politischen Meinungen treu geblieben über die friedliche Revolution hinaus. Viele entwickelten ihre eigenen Ansichten in Auseinandersetzung mit den tagespolitischen Ereignissen, sodass im Sommer 1990 keiner mehr genauso predigte wie noch ein Jahr zuvor, aber die Grundtendenz blieb.

Aufschlussreich ist in beiden Landeskirchen der Altersfaktor, aus dem sich politische Einstellungen ableiten lassen: Die Ältesten unter den Pastoren, 1989 schon über 50-jährig, wuchsen in der Zeit des Nationalsozialismus auf und wurden durch ihre oftmals der Bekennenden Kirche nahestehenden, aber gleichzeitig deutsch-national denkenden Eltern geprägt. Sie haben die deutsche Einheit vor 1945 noch erlebt und sehnten sich während der gesamten DDR-Zeit nach ihr. Sechs der Pastoren studierten sogar noch in der BRD und kehrten erst in den 1950ern aufgrund des Pfarrermangels zurück in die DDR.

Die 1989 unter 50-Jährigen hingegen kannten ein vereinigtes Deutschland gar nicht mehr aus eigenem Erleben, hatten oftmals selbst noch nie eine Westreise genehmigt bekommen und wurden sowohl durch die Schule als auch das Studium vom sozialistischen System geprägt. Dies spiegelt sich im Sprachgebrauch wider, aber auch in der teils krassen Kapitalismus- und Konsumkritik gegenüber dem Westen.

Dabei gilt Folgendes: Je älter ein Pastor, desto stärker lehnt er in der Regel DDR und Sozialismus ab und desto schneller plädiert er für eine baldige deutsche Einheit. Revolution und Vereinigung werden von dieser Gruppe im Lichte der Geschichte Gottes mit den Menschen als Heilsgeschichte durch direktes göttliches Eingreifen bewertet.

Gleichzeitig ist festzuhalten: Je jünger ein Pastor, desto länger hält er an der Idee vom verbesserlichen Sozialismus und Drittem Weg fest. Insgesamt stehen die meisten unter 50-Jährigen dem Sozialismus weniger kritisch gegenüber als ihre älteren Kollegen, unabhängig von der landeskirchlichen Zugehörigkeit.

Politische Themen

Bei der Frage, ob sich Kirche als Institution politisch engagieren sollte, sprechen sich die meisten Pastoren lediglich für eine Rolle auf Zeit in einer gesellschaftlichen Notsituation aus. Begründet wird dies sowohl mit dem kirchlichen, prophetischen Wächteramt als auch mit dem in den Augen des jeweiligen Predigers rechten Verständnis der lutherischen Zweireichelehre. So wird sowohl vor dem Rückzug ins Private als auch vor kirchlicher Vereinnahmung gewarnt und die politische Funktion des unpolitisch scheinenden Gottesdienstes betont, der der Welt ihre eigenen Aufgaben zugesteht, sie dabei kritisch begleitet und auf ihre Fehlbarkeit hinweist. Unabhängig von der politischen Lage, sehen sich alle Pastoren als „Mund der Stummen“ und Benachteiligten. Dies erfordert daher von Kirche eine gewisse Distanz zur Parteipolitik.

Ob Pastoren hingegen selbst politisch aktiv werden dürfen wird zwar unterschiedlich bewertet, aber mehrheitlich abgelehnt. Es gab 1990 Fälle, in denen Pastoren gleichzeitig Bürgermeister im Ehrenamt waren. Die zwei mir bekannten Pastoren empfanden dies jedoch als Überforderung, weil man als Pastor für alle, vor allem die Schwachen da sein müsse, als Bürgermeister hingegen für die Mehrheit. Dies sei nicht vereinbar. Ein junger Pastor forderte daher sogar das kirchenrechtliche Verbot, als Pastor einer Partei angehören zu dürfen.

Dagegen gingen drei der 35 Pastoren 1990 ganz in die Politik. Das prominenteste Rostocker Beispiel ist Joachim Gauck.

Theologische Themen

Gottes Handeln in der Geschichte

Der Aufbruch aus der 40-jährigen Gottlosigkeit mittels der revolutionären Ereignisse wird schon zum Zeitpunkt des Geschehens, besonders aber rückblickend, von mehr als der Hälfte der mecklenburgischen Pastoren explizit als konkretes Wirken Gottes in der Geschichte verstanden.

Der Rückblick auf die revolutionären Ereignisse im Lichte göttlich gewirkter Geschichte beginnt bei den Predigern Ende 1989.

Im Mai 1990 warnt ein Pastor [9] davor, „das Geschehen der letzten Monate nur als politisches Geschehen zu verstehen. […] Ich frage mich, war es nur Zufall, dass Menschen, die jahre- und jahrzehntelang nicht mehr in eine Kirche gekommen waren, zu Tausenden die Kirchen aufsuchten und hörten und mehr und mehr auch mit beteten und sangen, bevor sie zur Demonstration auf die Straße gingen?“ [10] Bis zum Ende des Jahres 1990 betont er immer wieder das geschehene Wirken Gottes während der friedlichen Revolution, welches gegenüber dem Werk mutiger Menschen nicht in den Hintergrund geraten dürfe.

Besonders häufig thematisiert Probst Carl-Christian Schmidt aus Bad Doberan Gottes Handeln in der Geschichte. Dass die Kirche 1989/90 „solch eine Autorität besitzt. […] das hat Gott in harten Kämpfen um unsre Seelen in den letzten 40 Jahren selbst vorbereitet.“, erklärt er Neujahr 1990. „Stehen wir vor einer neuen Epoche der Geschichte? Nicht nur europäisch, sondern weltweit?“, vergleichbar mit solch einschneidenden Ereignissen wie der Geburt Jesu Christi Anfang des ersten und der Blütezeit des christlichen Abendlandes Anfang des zweiten Jahrtausends? Jetzt, 1989/90, sei ein Kairos: „Deutlich sehen wir die Wege Gottes markiert. […] Wir werden einmal sagen können, wir sind mit Christus auf dem „heiligen Berg“ gewesen.“ [11] „Wir sehen“, predigt er Anfang April 1990, „daß Gott ein größerer Meister der Geschichte ist, als Menschen es waren.“ [12] Geschichte ist für diesen Prediger Heilsgeschichte Gottes.

Im Rückblick war genau dies die wichtigste Erfahrung der jüngsten Vergangenheit, predigt ein pommerscher Amtsbruder im Juli 1990: „Die Stimme Gottes […] hat endlich Gehör gefunden und wir haben Gottes Kommen erlebt im Weggehen und Überwinden eines 40-jährigen Systems.“ [13]

Allerdings sei das Ziel von Gottes Weg oft nicht erkennbar für die Menschen, wendet ein Pfarrer im Juni 1990 gegen zu viel geschichtstheologischen Optimismus ein. Gottes Wirken erschließe sich oft erst in der Rückschau, wenn Christen aus der Distanz „erkennen, daß Gott auf unerklärliche Weise mit ihnen war und sie auf ihrem Weg begleitet hat […].“ [14]

DDR als Strafe Gottes

Ein Land ohne Gott: Für fünf mecklenburgische Pastoren und zwei pommersche Pfarrer, allesamt über 50 Jahre alt, waren die Teilung Deutschlands und die daraus resultierende Existenz der DDR ohne Frage eine Strafe Gottes für die Gottlosigkeit seiner Bewohner.

Deutlich benennt ein Pastor kurz nach dem Mauerfall die Ursache für die vergangenen schweren Jahre: „Wir hatten vor der Staatssicherheit mehr Angst, als vor Gottes Gericht. […] Treue Gemeindeglieder haben gesagt: Unser Volk hat Gott den Rücken gekehrt. Deshalb sind wir in diese Krise geraten.“ [15]

Am 1.10.1989 predigt Landessuperintendent Ohse über den „Fluch der Deutschen“, dem ersten Gebot untreu gewesen zu sein und immer wieder „andere Götter angebetet“ zu haben. Dabei sei es in der Folge egal, ob sich Menschen vom Nationalsozialismus oder Kommunismus verführen ließen, von diesen „zwei Irrlehren, die sich so feindlich sind und doch so beängstigend ähnlich und die beide unser Volk von Gott abgedrängt haben? Und darum uns in den Abgrund gestürzt haben?“ [16]

Hier wird das klassische Modell des Tun-Ergehens-Zusammenhanges gepredigt. Bei allen Schwierigkeiten der letzten 40 Jahre, so Probst Schmidt, „müssen wir Gott auch noch dankbar sein, daß er uns nicht härter hat prüfen lassen und die Versuchung schnell ihr Ende gefunden hat.“ [17]

40 Jahre DDR – 40 Jahre Wüstenwanderung?

40 Jahre DDR, eine biblische Zahl. Traugott Ohse, mecklenburgischer Landessuperintendent i.R., erinnert sich 2008: „Und ich denke: 40 Jahre – geht denn keinem auf, daß die Wüstenwanderung des Volkes Israel nach 40 Jahren ein Ende fand? Biblische Dimensionen!“ [18]

Entsprechend oft taucht das Motiv der Wüstenwanderung in Predigten auf. Ägypten steht bei drei Predigern für das unfreie, aber materiell abgesicherte Leben unter Fremdherrschaft. Das führe teilweise zu unreflektierter Nostalgie. Dieser Deutung widerspricht ein junger Pfarrer, die Sorgen und Wünsche der Menschen ernst nehmend. Es gehe nicht um eine „Vergoldung der Vergangenheit“ [19], sondern die Menschen plagten konkrete Zukunftsängste.

Manche Prediger vergleichen die 40 Jahre DDR selbst mit einer 40-jährigen Wüstenwanderung. Nun aber sei das Ende eines langes Weges erreicht, das Ende der Wüstenwanderung. Dennoch scheine das Ziel noch nicht erreicht, Unruhe und Unsicherheit beherrsche die Menschen. Vier Monate später benutzt derselbe Prediger das Wüstenmotiv im biblischen Sinne für den Auszug aus der Sklaverei, und damit für die Gegenwart. Die neue Freiheit verleite zum Murren, „Freiheit begegnet zuerst als Wüste: keine Grenzen sind da (man kann aufatmen), aber auch noch keine Wege.“ Deshalb würden alte Sicherheiten der Sklaverei nostalgisch verklärt, diese Zeit der materiellen Absicherung, aber des „satten Todes. Der Tod am Brot allein.“ [20]

Was war, wird mit dem Bild von Ägypten umschrieben, was ist, als Wüste mit allem, was sie bietet: Entbehrungen, aber auch Freiheit und Fürsorge Gottes.

Das Motiv kann auch von ein und demselben Prediger ganz unterschiedlich auf die aktuelle Situation hin gedeutet werden. Im Februar 1990 vergleicht ein Pastor die Bürger der DDR mit den Israeliten in der Wüste, die ihre Zeit in Ägypten im Nachhinein verklärten. Der schlimmste Teil der Wüste liege schon hinter ihnen, vor ihnen befinde sich Neuland. [21]

Einen Monat später, am Tag der ersten freien Wahl, fragt derselbe Pastor im Hinblick auf den weiten Weg zu einer echten politischen Wende, wo sich die DDR gerade befände: Am Eingang zum Paradies oder noch am Rand der Wüste? [22] In seiner Bildsprache hat sich die DDR eindeutig vorwärts bewegt.

Und nach einem weiteren Monat bittet er die Gemeinde, ihre Lage nicht zu dramatisieren. Der Weg heute sei nicht der Weg durch die Wüste, auch wenn das Ziel noch nicht erreicht sei. [23] Damit ist die Analogie zum Volk Israel überschritten, denn die Wüste ist zwar überwunden, das gelobte Land aber noch nicht erreicht.

Insgesamt zeigt sich, dass die Prediger Tagespolitik und Weltgeschehen im Lichte der biblischen Texte interpretierten. Gerade in Umbruchszeiten, die wohl dem Sitz im Leben der biblischen Texte oftmals am nächsten kommen, gewinnen die Perikopen offensichtlich ganz neue Aktualität.

Wozu wurde politisch aufgerufen?

Konkrete parteipolitische Forderungen waren in allen untersuchten Predigten selten. Als solche könnten im weitesten Sinne die Äußerungen gegen eine schnelle deutsche Einheit gelten, da sich die Prediger damit indirekt gegen CDU und Allianz für Deutschland positionierten. Vereinzelt und ausschließlich durch zwei ältere mecklenburgische Pastoren in Fürbittgottesdiensten wurden positive Wahlempfehlungen für die SPD oder das Neue Forum abgegeben, häufiger jedoch Wahlhinweise ex negativo, alles außer der SED-\PDS bei der Volkskammerwahl am 18.3.1990 anzukreuzen.

Die Demonstrationen wurden im Verlauf des Herbstes deutlich apologetisch in den Predigten thematisiert. Ein älterer mecklenburgischer Pastor warb im Oktober 1989 um Verständnis für diese Art, politischen Protest auszudrücken und forderte die Gemeindeglieder dazu auf, besonnen auf die Menschen einzuwirken. Der jüngste unter den Pastoren erklärte sogar, nun nicht zu demonstrieren, sei unchristlich.

Bei aller Freude über die neuen Reisemöglichkeiten wurden nach dem Mauerfall auch Ängste laut. Man befürchtete, die SED wolle ihre Macht stabilisieren, indem sie alle Kritiker der DDR herausließ und die Grenze danach wieder schloss. Wer diese Sorge für unbegründet hielt, sah dagegen die nicht minder große Gefahr einer ökonomischen Ausblutung.

Vor allem bei den unter 50-jährigen Predigern dominierte eine generelle west- und kapitalismuskritische Haltung, in welcher der Systemgegensatz des Kalten Krieges „Gerechter Sozialismus gegen ausbeuterischen Kapitalismus“ klar durchscheint. Dabei wird die BRD klischeehaft mit Arbeitslosigkeit, Ausländerfeindlichkeit, Drogen und Konsumüberfluss verbunden im Gegensatz zur propagierten Wirklichkeit in der DDR. Die Enttäuschung nach dem 18.3.1990 „über das Gefühl, die bessere Moral und doch die kleinere Anhängerschaft zu haben, schlug sich in der Kirche – wie in den Bürgerbewegungen – in der trotzigen Anklage nieder, die Mehrheit habe sich von den Verlockungen der kapitalistischen Warenwelt blenden lassen.“ [24] Dass es auch im Osten versteckte Arbeitslosigkeit} und Drogenabhängige, sowie offene Ausländerfeindlichkeit gab, dringt erst im Laufe des Jahres 1990 ins Bewusstsein vieler Prediger. Diese eindeutig links-sozialistische Richtung der meisten jüngeren Pastoren darf nicht zwangsweise mit ostdeutscher Nostalgie verwechselt werden. Zwar schimmert die Trauer um Verlorengeglaubtes bei einigen hindurch, insgesamt waren die „linken“ Pastoren aber politische Idealisten, die dem Traum einer gerechten, sozialistischen Gesellschaft anhingen, im Gegensatz zur erlebten DDR.

Die bei allen Predigern auftauchende Kritik am Westen zeigt auch, wie sehr die antikapitalistische Propaganda selbst in kritischen kirchlichen Kreisen gefruchtet und teilweise abstruse Angstfrüchte getragen hat. Dieses absolut güterkritische, dem traditionell-christlichen Ethos entsprungene Denken der Prediger ist dem Ethos der meisten Hörer und der Mehrheit der DDR-Bürger 1989/90 „diametral entgegengesetzt“ [25], urteilt Regina Fritz in ihrer Studie.

Entsprechend schwierig war die Annäherung der Prediger an eine deutsche Einheit. Wie auch viele Bürgerrechtler träumten die meisten Pastoren dieser Untersuchung von einem dritten Weg. Drei Hauptgründe gegen eine deutsche Einheit tauchen häufig auf. Unter 50-jährige Pastoren befürchteten den Verlust einer eigenständigen Entwicklung der DDR und den Verrat am Sozialismus. Eine plötzliche Einheit könne nur auf Kosten der dritten Welt entstehen. Die ältere Generation dachte stärker in historischen Bezügen. Großdeutsche Fantasien wurden mit Rücksicht auf die Nachbarn Deutschlands vehement abgelehnt. Mit einem Deutschland in den Grenzen von 1945 können sich diese über 50-Jährigen dann aber schnell identifizieren.

Die untersuchten Predigten erwecken den Eindruck, der junge, ostdeutsche Protestantismus habe einer deutschen Einheit mehrheitlich kritisch gegenübergestanden. Im Herbst 1989 sind alle unter 50-jährigen und sogar die meisten älteren Pastoren, die Predigten beisteuerten, für eine zweistaatliche Lösung. Ab 1990 ändert sich das. Die über 50-Jährigen votieren sehr bald für eine Einheit, die Jüngeren kritisieren eine solche zum Teil auch noch nach dem Volkskammerwahlergebnis und seinem Bekenntnis zur Einheit. Sie üben daran deutlich Kritik, offensichtlich in der Annahme, die Gottesdienstbesucher stimmten mit ihnen überein. Ob dies im konkreten Einzelfall so war, lässt sich nicht mehr nachprüfen. Fakt ist, dass sich die Mehrheit der Ostdeutschen schon Ende November 1989 die schnelle Einheit herbeisehnte. Laut einer Forsa-Umfrage vom 25.11.1989 waren 61% für eine Wiedervereinigung. Im Februar 1990 lag die Zahl der Befürworter bei 80%. [26]

Dabei ergab eine konfessionell aufgeschlüsselte Meinungsumfrage Ende Juni 1990, dass Kirchenmitglieder sogar überdurchschnittlich oft für eine baldige deutsche Einheit votierten. [27] Zwar lag die generelle Zustimmung zum deutschen Einigungsprozess unter Protestanten und Konfessionslosen bei 94%. Während aber im Landesdurchschnitt 37% der Bürger für eine schnelle und 19% für eine sofortige Einheit gemäß Artikel 23 GG stimmten, waren unter evangelischen Christen sogar 43% für eine schnelle und 25% für eine sofortige Vereinigung. Dies entsprach am ehesten der Antwortverteilung unter CDU-Wählern. DDR-weit lehnten 4% eine deutsche Einheit rundherum ab, vor allem Wähler der PDS, im protestantischen Milieu lediglich 2%. Von diesen 2% wünschten sich wiederum nur 16% einen „dritten Weg“, was einem Bevölkerungsanteil von 0,04% entspricht.

Das eindeutige Wahlergebnis pro CDU und Einheit bei der Volkskammerwahl im März 1990 kam vor allem für die Bürgerbewegungen, zu denen sich viele Pastoren hielten, überraschend, weniger für die Bürger selbst. In ihrem Kampf für eine eigenständige DDR befanden sich die Pastoren erstens in der absoluten Minderheit und zweitens in einer Nische mit Bürgerrechtlern und ehemaligen SED-Leuten. Eine merkwürdige Allianz, deren Ursprünge interessanterweise im marxistisch-christlichen Dialog der späten 1980er Jahre zu suchen sind.

Klaus Fitschen ist daher zuzustimmen, wenn er schreibt: „Gemeinsam mit den marginalisierten Bürgerbewegungen pflegen Teile des ostdeutschen Protestantismus, zumal in der Pfarrerschaft, […], bis heute das Bild einer verpassten Chance, eines Neuanfangs, der auch die alte Bundesrepublik und ebenso die Kirchen dort hätte ergreifen können.“ Er gibt zu bedenken, dass der „Traum von einer besseren Welt – eher einer besseren DDR – weder vor noch nach 1989 eine Hoffnung des gesamten ostdeutschen Protestantismus“ [28] war. Die Dominanz der Vertreter einer solchen Haltung im Erinnerungsdiskurs darf über die faktisch kleine Gruppe der DDR-Verbesserer nicht hinwegtäuschen. Auch nach 1989 scheint zu gelten: Der Verlierer verschafft sich am lautesten Gehör.

Diese Beobachtungen stellen auch Anfragen an die Hörerzentriertheit der Pastoren. Angesichts der Wahlergebnisse und Umfragen von 1990 kann auch die Mehrheit der mecklenburgischen und pommerschen Gottesdienstbesucher nicht für die Alternativprogramme von Bündnis 90/ Die Grünen gestimmt haben. Nach dem Mauerfall ist daher von einer graduellen politischen Entfremdung zwischen Pastoren und Gemeindegliedern auszugehen, die aber von den Predigern selbst kaum wahrgenommen wurde. Eine explizite Ausnahme bilden die Rostocker Donnerstagsandachten samt Gaucks positiver Einstellung zur deutschen Einheit. Parteipolitisch predigten die allermeisten Pastoren in puncto politische Zukunft entgegen den Erwartungen der meisten Christen, ohne sich dieser Differenz bewusst zu sein oder sie gar zu thematisieren.

Die Pastoren leisteten mit der politischen Sensibilisierung ihrer Hörer dem eigenen Selbstverständnis nach zivile Bildungsarbeit. So wichtig dies generell ist, stellt sich die Frage nach dem Ort und der Qualifikation der Prediger gegenüber der Gemeinde. Pastoren sind universitär gebildete Bürger, die oftmals mehr Westkontakte hatten als andere DDR-Bürger und eine in der Regel kritische Distanz zum Staat pflegten. Was die politische und wirtschaftliche Lage der DDR anging, bewiesen sie aber keinen größeren Über- oder Weitblick als andere vergleichbar gebildete DDR-Bürger. In Bezug auf das Verhältnis Pastor – Gemeinde ist dies wichtig, da sich der Protestantismus Ende der 1980er Jahre in Ostdeutschland weitestgehend aus dem bildungsbürgerlichen Milieu speiste.

Das wird besonders in der finanziell utopischen Idee vom dritten Weg deutlich. So drängt sich ein fast patriarchales Selbstverständnis der Pastoren auf. Die Rollen des politischen Aufklärers, Mahners, Moralisten und Geschichtsdeuters wurden entsprechend oft in den Predigten eingenommen. Die Pastoren wollten die politische und gesellschaftliche Wirklichkeit deutend beeinflussen und beanspruchten, besser einschätzen zu können als die Gemeinde, was gut für die Zukunft der DDR ist.

Im Hinblick auf gesellschaftspolitische Erneuerung appellierten alle Prediger ans bürgerliche Verantwortungsbewusstsein der Menschen, die Chance zur Mitgestaltung zu nutzen und nicht einige wenige Vorreiter die notwendige Arbeit allein verrichten zu lassen. Dies geschieht unter der kirchenpolitischen Grundannahme, dass es besser sei, vor Ort zu bleiben und Neues zu gestalten, als in den Westen zu fliehen bzw. nach dem Mauerfall rechtmäßig zu ziehen. Bis auf wenige Ausnahmen werden die Ausreise bzw. der Umzug in die BRD von den meisten Predigern aber verständnisvoll aufgenommen und auch selbstkritisch reflektiert: Was hätten Kirche und Gemeinden tun können, um die Menschen im Land zu halten?

Tagespolitische Themen bildeten in fast allen Predigten eindeutig den Referenzrahmen. Zum Handeln forderten die Prediger ihre Hörer aber vermittels sozialethischer Werte wie Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität auf. Dabei stand bei allen Pastoren ein verantwortlicher Umgang mit der Vergangenheit im Zentrum: Anstatt einander zu richten, wurde in fast jeder Predigt zu Versöhnungsbereitschaft und Selbstkritik aufgerufen.

Eine der Hauptforderungen der Pastoren bestand 1989/90 darin, die Täter der jüngsten Vergangenheit gesellschaftlich nicht zu verurteilen. Zwar sprachen sich viele für eine strafrechtliche Verfolgung aus, plädierten aber zugleich für eine Reintegration der vielen SED-Mitglieder und hauptamtlichen MfS-Mitarbeiter in die Gesellschaft.

Aus dem Wissen heraus, durch stillschweigendes Mitmachen heimliche Mitschuld am Systemerhalt der DDR zu tragen, sollte mit den offen schuldig Gewordenen barmherzig umgegangen werden. In den Predigten und offiziellen kirchlichen Verlautbarungen wurde für Verständnis dafür geworben, z.B. als IM Fehltritte gemacht zu haben und das seelsorgerlich-vertrauliche Gespräch wurde in dem Fall angeboten.

Im „heißen“ Herbst sollte auf diese Weise einerseits einer selbständigen Lynchjustiz gewehrt werden, um den christlich-friedlichen Charakter der Revolution zu wahren. Andererseits sollte die unglaubwürdige Rhetorik vermeintlicher Opfer entlarvt werden. Unglaublich großmütig musste es klingen, wenn Christen mit unterschiedlich stark gebrochenen Biografien, deren Lebenswege oftmals unfreiwillig kreuz und quer durch das DDR-Bildungssystem verlaufen waren, nun Vergebung predigten.

Jene überall zu hörende Verkündigung christlicher Nächsten- und Feindesliebe ließ die echten Opfer des SED-Systems schon früh und sicher ungewollt in den Hintergrund treten und wurde damit implizit zur „billigen Gnade“. Es entstand eine Erinnerungsschieflage zugunsten der Täter. Wenn, dann war allgemein von den Nachteilen die Rede, die Christen in der DDR in Kauf nahmen: Fehlende Bildungschancen, mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten, kaum Karriereaussichten. Oder es wurde an persönliche Demütigungen durch Lehrer oder Mitschüler erinnert, jedoch zumeist im Duktus des siegreichen „Wir haben es überstanden“.

Der beobachtete Umgang mit der DDR-Vergangenheit durch die evangelischen Kirchen entspricht weitestgehend der Strategie staatlicher Geschichtsbewältigung. Nur wenige hauptamtliche und inoffizielle Mitarbeiter des MfS wurden strafrechtlich belangt, die meisten fanden sich dank ungebrochen guter Netzwerke schnell im neuen Staat zurecht. Das steht ganz im Gegensatz zu vielen vom MfS „Zersetzten“, die durchaus bis heute unter den Folgen leiden. Für diesen „leisen“ Terror findet sich jedoch selten eine Grundlage zur Verurteilung der Täter im Strafrecht, sodass kaum Entschädigungszahlungen oder auch nur die offizielle Anerkennung als Opfer erfolgten.

Ein bis in die Gegenwart hinein heikles Thema ist der innerkirchliche Umgang mit Ausreiseantragstellern aus den eigenen Reihen. Kirchliche Mitarbeiter erwartete in der BRD, sofern sie gegen den Willen ihrer Landeskirchen die DDR verlassen hatten, ein vorläufiges Berufsverbot von bis zu zwei Jahren. Damit wurde ein Akt der freiheitlichen Selbstbestimmung de facto kriminalisiert. Bis heute bringen die Gebliebenen den Gegangenen wenig Verständnis oder gar Respekt entgegen. Gegen das Credo „Gott hat uns in der DDR unseren Platz als Christen zugewiesen, hier müssen wir uns bewähren“ ließ und lässt man keine Argumente persönlicher Freiheitsrechte gelten. Christen seien schließlich überall befreit durch Christus und bedürften daher nicht notwendig äußerer, freiheitlicher Rahmenbedingungen. Opferbereitschaft wurde und wird so in den Rang eines unabdingbaren Wesensmerkmales christlicher Existenz erhoben.

Wie wurden die politischen Ereignisse theologisch gedeutet?

Die Predigten zeigen: Alle Pastoren rechneten grundsätzlich mit dem geschichtlichen Wirken Gottes im Dienste der Freiheit. Zunächst kam dies im Juni 1989 in allgemein klingenden, angesichts der Situation im gesamten Ostblock jedoch schon brisanten Worten zum Ausdruck, wenn die Prediger davon ausgingen, dass Gott auch in diesen Tagen überraschende Wendungen bewirke. Konkret nannten mehrere Prediger im August 1989 Gorbatschow und seine Reformen als Beispiel dafür, dass Gott sogar Ungläubigen rechtes Sehen schenke. Dies kann einerseits als Versuch der Integration verstanden werden, indem die guten Taten Ungläubiger oder das humanistische Erbe des Marxismus-Leninismus im Rahmen von Gottes erhaltendem Schöpfungshandeln interpretiert wurden. Die Grenzen zur vereinnahmenden Instrumentalisierung atheistischer Ideen in den Dienst einer christlichen Weltsicht sind dabei fließend. Ob atheistische Hörer die Rede von „Gottes Weg mit den Heiden“ auf die eine oder andere Art wahrnahmen, muss offenbleiben.

In den Predigten der Friedensandachten wurde die Zusage, Gott handle an und mit den Menschen, immer wichtiger. Je stärker der Elan der revolutionären Bewegung abnahm, desto mehr betonten die Pastoren Gottes Eingreifen in die Geschichte. Einhergehend mit dem verstärkt individuellen Zuspruch ab Dezember 1989, den Aufbruch mutig weiter zu verfolgen, statt den Blick ermüdet rückwärts zu wenden, wurde an biblischen Personen beispielhaft Gottes Hilfe für jedermann dargestellt. Niemand müsse sich fürchten, denn Gott sei immer bei ihm. Auch kleine Menschen könnten wichtig werden mit Gottes Hilfe. So rief z.B. die Erfolgsgeschichte von Mose Anfang 1990 in Rostock zur verantwortlichen Mitarbeit auf dem Weg in eine erneuerte Gesellschaft auf.

Anhand zahlreicher biblischer Bilder und Analogien zwischen dem exilierten Volk Israel und der gegenwärtigen DDR wurden die rasanten Ereignisse in einen schon tausende Jahre währenden Weg Gottes mit seinem Volk hineingenommen, dessen Ausgang nicht mehr verängstigend unbestimmt auf die Bürger der DDR lauerte, sondern längst in Gottes Plan aufgehoben war. Die Parolen „Du bist nicht allein“ oder Gott „will mit dir sein“ konnten gleichzeitig beschwichtigen und ermutigen, Hoffnung verbreiten und zu Wachsamkeit aufrufen.

In den Augen der Prediger bestätigte der Verlauf des Herbstes 1989 die biblischen Erzählungen, wie Gott Menschen aufrichtet und zu ungeahnten Aktionen befähigt. Wenn Kerzen gegen Gummiknüppel, Wasserwerfer und Hundestaffeln siegten, wenn die Machtlosen gewannen, dann habe der christliche Glaube bewiesen, dass er nicht einer Illusion anhänge.

Historische Einordnung der heilsgeschichtlichen Aussagen von 1989

Während und nach der friedlichen Revolution wurde kein Nationalgott der Deutschen stilisiert. Stattdessen stellten die Prediger Gottes Handeln stets in einen friedenstiftenden, europaweiten, ja weltumfassenden Zusammenhang. Die Sorge vor der Neuauflage eines deutschen Großreiches veranlasste besonders ältere Pastoren 1989/90 dazu, vor einer schnellen deutschen Einheit zu warnen. 1989 wurde damit gerade nicht die gesellschaftliche Mehrheitsmeinung von den Kanzeln vertreten.

Besonders beim Lesen der Predigten Hellmut Gollwitzers und Albrecht Schönherrs von 1939 drängen sich Gemeinsamkeiten zu Predigten über 50-jähriger Pastoren von 1989 auf.  Es begegnet dieselbe christuszentrierte Kritik am Totalanspruch des Staates. Ein Eindruck, der durch die ausdrückliche Berufung auf Traditionen der Bekennenden Kirche seitens des Bundes Evangelischer Kirchen in der DDR bestätigt wird. Gleichzeitig „erbte“ diese Generation der 1989 über 50-Jährigen auch das Trauma allzu angepasster Zeitpredigten durch politisch unkritische Pastoren vor 1945. Predigten im Sinne des Zeitgeistes und Geschichtstheologie sollten vermieden werden. Dass die friedliche Revolution selbst die kerygmatischsten Prediger zu steilen heilstheologischen Aussagen hinriss, wurde bereits hinreichend demonstriert.

Die politische Ausgangslage schuf 1989 einen fruchtbaren Boden für heilsgeschichtliche Deutungen. Gewaltlose politische Umstürze hatte es bis dato auf deutschem Boden noch nicht gegeben, sodass die Gefahr historisch unerfreulicher Assoziationen relativ gering war, wenn von Gottes Wirken während der Demonstrationen gesprochen wurde. Und dass Gottes Geist im Gebet wehen sollte, ist Glaubensvoraussetzung für ein solches. Die Übertragung von Gottes Handeln in und durch die Friedensgebete 1989 war also naheliegend.

Die explizit heilsgeschichtlichen Deutungen von 1989 sind dennoch gerade nicht als Renaissance einer totgeglaubten triumphialistischen „Sieger-der-Geschichte-Theologie“ zu interpretieren. Vereinzelt wurde die friedliche Revolution als Sieg über den Atheismus gefeiert, in den meisten Fällen aber als reine Gnade gegenüber dem schuldig gewordenen deutschen Volk. Gott wurde nie zum deutschen Gott stilisiert, sondern stets als der gütige Gott aller Völker verkündet. Über die friedliche Revolution nicht das Elend der Menschen in anderen Ländern zu vergessen, war den allermeisten Predigten ein Anliegen.

Die welthistorischen Ereignisse rissen die Menschen so abrupt aus ihrer Lebensrealität heraus und eröffneten von einem Tag auf den anderen Möglichkeiten, von denen nicht einmal mehr geträumt worden war, so dass man dies für ein absolutes Wunder halten musste. Profaner und theologischer Wunderbegriff gingen dabei in den Predigten ineinander über.

Träger der geschichtstheologischen Hoffnungen, Werkzeug Gottes, waren keine einzelnen, herausragenden, verehrten Helden, sondern „das Volk“, die Bürger der DDR. Feindesliebe bestimmte den Umgang mit den Gegnern aus SED und MfS. Es kann gleichsam von einer Demokratisierung des heilsgeschichtlichen Gedankenguts gesprochen werden.

Und heute?

Das nach 1990 entworfene Geschichtsbild von der Revolution 1989 ist im Rückblick erstaunlich einheitlich. Im innerkirchlichen Erinnerungsdiskurs wird die friedliche Revolution als „protestantische“ oder gar „göttliche“ Revolution erinnert, wenngleich der Begriff selbst selten fällt. Die Komplexität der Ursachen für die politische Wende 1989 wird stark reduziert auf zwei Handlungssubjekte: Die DDR-Bürger (bzw. die Christen unter ihnen) und die evangelischen Kirchen.

Deren Handeln wird überdurchschnittlich oft am Beispiel Leipzig und der Nikolaikirche veranschaulicht. Westdeutsche Rückblicke nutzen fast ausschließlich dieses prominente Beispiel, ostdeutsche Autoren greifen naturgemäß auch auf eigene Erfahrungen 1989/90 zurück. Das persönliche Erleben des Herbstes 1989 steht in vielen Erinnerungen im Mittelpunkt und wird häufig pathetisch ausgeschmückt. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die deutsche Einheit das einschneidenste Ereignis aller damals über 15-jährigen Ostdeutschen war. Westdeutsche Autoren tragen ihre eigenen Geschichten bei, die den ostdeutschen teilweise in Emotionalität nicht nachstehen.

Nicht nur die Bedeutung von Christen und Kirche 1989, auch das Wirken Gottes im revolutionären Herbst ist Konsens unter den Predigern und Journalisten in der Kirchenpresse. Dies wird allerdings in den analysierten Texten keinesfalls systematisch-theologisch entfaltet, sondern entspringt dem persönlichen Gefühl der Verfasser. Wem die heilstheologischen Implikationen zu stark erscheinen, spricht geschichtstheologische Deutungen gern mit Hilfe von Bibelzitaten aus.

Erinnerung soll Auswirkungen auf die Gegenwart haben, darin sind sich alle Autoren einig. Entsprechend gern wird der Herbst 1989 als Beispiel für politisch erfolgreiches Bürgerengagement genutzt. Damals sei die wertvolle Erfahrung gemacht worden, dass sich scheinbar starre Systeme durch die Macht des Volkes ändern lassen. In etwas naiver Ausblendung der innen- und außenpolitischen Konstellationen wird 1989 zur Mutter aller zivilgesellschaftlichen Aktivitäten stilisiert. Was damals möglich war, so lautet die mantramäßig wiederholte Lehre, kann immer wieder wahr werden. Dass es Jahrzehnte dauerte, bis die kritische Masse der Unzufriedenen groß genug war, wird ebenfalls vernachlässigt.

Zugleich fungiert der 1989 als herausragend erlebte Einfluss kirchlichen Handelns als Beleg für einen gesellschaftspolitischen Auftrag der Kirchen. Aufforderungen seitens der Politiker oder der Gemeindebasis, sich auf geistliche Bereiche zu konzentrieren, werden entsprechend als Zurückdrängung der Kirchen aus dem öffentlichen Raum gewertet und mit den Zielen der SED-Kirchenpolitik gleichgesetzt.

Einige ost- und westdeutsche Theologen bemühen 1989 gar für einen innerweltlichen Gottesbeweis. Nordkirchen-Pastor Carsten Sauerberg versteht 1989 plakativ als Gegenbeweis einer „Gott-ist-tot-Theologie“ [29]. Bischöfin Kirsten Fehrs stilisiert die friedliche Revolution zum Gottesbeweis für religiös Distanzierte. Sie kann es sich nicht anders vorstellen, als dass jeder damals fühlte, „dass hier eine Macht am Wirken war, die das Menschliche sprengt.“ [30] Für einen Beweis von Gottes heilsökonomischen Handeln, der allein dem Glaubenden zugänglich ist, hält der ostdeutsche Theologe und Journalist Schacht die „christliche“ Revolution 1989. [31]

Wegen des Ausbleibens einer dem Herbst 1989 folgenden christlichen Erneuerungsbewegung im Osten Deutschlands muss wohl davon ausgegangen werden, dass – wenn überhaupt – nur Christen dieses Gefühl teilen. Denn die Erkenntnis eines solchen Offenbarungswunders wird schon im Neuen Testament allein durch den Glauben vermittelt. Wenn gilt, um bei der Definition Dirk Evers zu bleiben: „Ein Wunder ist ein Verwunderung hervorrufendes, außergewöhnliches Ereignis, das eine überraschende Wende zum Heil heraufführt und darin auf Gott als den Grund der Wirklichkeit verweist.“ [32], kann das Geschehen des Jahres 1989 als ein Wunder interpretiert werden. Und auch die Funktion eines Gottesbeweises ist innerhalb des Glaubens zulässig, weil jedes Wunder dem Glaubenden Gottes Macht demonstrieren kann. Ein objektivierbarer Nachweis von Gottes Existenz kann damit jedoch nicht erbracht werden, weil die Anerkennung Gottes als Herrscher über Himmel und Erde zunächst den Glauben daran voraussetzt. Sogenannte „Beweise“ Gottes können damit im Einzelfall auf den vorhandenen Glauben stärkend wirken, einen solchen jedoch nicht aufbauen.

Ob die friedliche Revolution, wie Michael Beleites es formuliert, „das wichtigste identitätsstiftende Ereignis in der jüngeren Geschichte Ostdeutschlands und im Grunde auch für ganz Deutschland“ [33] ist, muss hier offenbleiben. Für die evangelischen Pastoren und Kirchenzeitungsjournalisten in Mecklenburg-Vorpommern (und vermutlich in allen anderen ostdeutschen Landeskirchen, wie die Auswertung diverser Memorialliteratur zeigte) gilt dies allemal.

Insgesamt wird die christliche Erinnerungskultur an kirchliches Wirken 1989 und Gottes Anteil daran stark geschichtstheologisch aufgeladen tradiert. Bedenken an dieser Deutung sind in der klaren Minderheit und tun der heilsgeschichtlichen Verkündigung auf Kanzeln, in Kirchenzeitungen, Radioandachten und in der Memorialliteratur keinerlei Abbruch.

Dabei hat sich rückblickend ein erstaunlich einheitliches Geschichtsbild von 1989 festgesetzt, in denen die 1989/90 gepredigten, unterschiedlichen Nuancen kaum mehr zum Tragen kommen. Der Einheitlichkeit der damaligen Akteure kann dies nicht geschuldet sein, dafür waren ihre politischen und theologischen Ansichten 1989/90 zu ausdifferenziert. Interessanterweise vertreten besonders die 1989 unter 50-jährigen, westdeutschen Pastoren heute theologische Ansichten der 1989 über 50-Jährigen. Für Interpretationen in den Jahren 1989/90 gilt: Je älter die Pastoren, desto stärker der Wunsch nach deutscher Einheit und desto heilsgeschichtlicher die Predigten. Retrospektiv gilt: Je größer der Zeit- und Erfahrungsabstand, desto vereinfachter die Sicht, desto heilsgeschichtlicher die Deutungen.

Das generierte Geschichtsbild einer göttlich bewirkten Gebets- und Kerzenrevolution ist aus christlicher Sicht so wunderschön wie Weihnachten. Genauso wie Heiligabend in Predigten gern der „das hilflose Kind in der Krippe“ der „bösen Welt um Herodes“ gegenübergestellt wird, so wird die Macht von SED und MfS im Nachhinein immer bedrohlicher und wirkungsvoller mit den zunächst machtlosen Kerzen und Gebeten konfrontiert. Und wie das Jesuskind alle Herrscher der Welt samt Tod besiegte, stürzten auch die stillen Gebete die mächtigen DDR-Diktatoren vom Thron, respektive aus der Wandlitz-Villa. Entsprechend codiert ist die erinnernde Sprache. Da ist die Rede von den „70.000″ Leipziger Demonstranten. Dass, „wer Kerzen in den Händen hält, keine Steine werfen kann“ und dass die Stasi mit allem gerechnet hätte, nur nicht „mit Kerzen und Gebeten“. Mit bekannten Floskeln wird das Bild von 1989 gezeichnet, auf dem alle Menschen gemeinsam, friedlich und christlich gesinnt, dem einen, antichristlichen Feind mit Gottes Hilfe trotzten. Es ist der unwiderstehliche Charme romantisierter Machtlosigkeit, die zuletzt eben doch nicht nur im Märchen das Böse besiegt.

Damit zeigt sich die binnenkirchliche Erinnerung an 1989 in Verkündigung und kirchlicher Presse weithin immun gegen zeitgeschichtliche, die Rolle der Kirchen in den weltweiten Kontext einordnende Forschungen. Anderslautenden Erkenntnissen wird die individuelle Erfahrung entgegengesetzt. Falsch ist diese freilich nicht, nur bietet sie oftmals lediglich einen lokal stark begrenzten Blickwinkel. Somit gelten die Ereignisse des Jahres 1989 ungebrochen in Ost und West als göttlich gewirkte, vornehmlich protestantische Kerzen- und Gebetsrevolution.

Erläuterungen

  • 1 Der Vortrag basiert auf meiner von der LMU angenommenen und 2016 mit „magna cum laude“ bewerteten Dissertation „Die friedliche Revolution auf der Kanzel. Politischer Gehalt und theologische Geschichtsdeutung in evangelischen Predigten während der deutschen Vereinigung 1989/90. Dargestellt anhand von Predigten aus der Mecklenburgischen und der Greifswalder Landeskirche.“ Der überarbeitete Text wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 bei Vandenhoeck & Ruprecht erscheinen in der Reihe „Arbeiten zur kirchlichen Zeitgeschichte“.
  • 2 Manfred Metz, http://helmutmetz.de/2005_wahrheitundweg/frameset2.htm, 12 c „Die Wende 1989 als Exoduserfahrung“, zuletzt geprüft am 3.3.2015.
  • 3 Diese Zahl ergibt sich, wenn man davon ausgeht, dass jeder der rund 400 Pastoren der beiden Landeskirchen an mindestens 50 Sonntagen im Jahr predigte.
  • 4 Vgl. z.B. Günter Hanisch, Dona nobis pacem. Herbst ’89 in Leipzig. Friedensgebete, Predigten und Fürbitten, 2. korr. Aufl., Berlin 1996; Friedrich Schorlemmer, Es ist nicht umsonst. Predigten und Reden 1983-1993, Leipzig 1994; Andreas Ebert; Johanna Haberer; Friedrich Kraft (Hgg.), Räumt die Steine hinweg. DDR Herbst 1989: geistliche Reden im politischen Aufbruch, München 1989.
  • 5 Vgl. dazu ausführlich Rahel Frank, „Realer – Exakter – Präziser“? Die DDR-Kirchenpolitik gegenüber der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs von 1971 bis 1989, 2. überarb. Aufl., Schwerin 2008.
  • 6 Vgl. dazu ausführlich Rahel von Saß, Der „Greifswalder Weg“. Die DDR-Kirchenpolitik und die Evangelische Landeskirche Greifswald, 1980 bis 1989, Schwerin 1998.
  • 7 Andreas Kubik, Was ist eine homiletische Situation? in: International Journal of Practical Theology, Jg. 15, 1/2011, S. 107.
  • 8 Vgl. Susanne Höser; Richard Scherer, Wir hatten Hoffnung auf eine Demokratie. Rostocker Protestanten im Herbst ’89, Mössingen-Talheim 2000; Lother Probst, „Der Norden wacht auf“. Zur Geschichte des politischen Umbruchs in Rostock 1989-1991, Bremen 1993; Jens P. Rosbach; Stefan Baerens, das land. die zeit. der mensch. gespräche in mecklenburg und vorpommern. biographische interviews, Rostock 1995; Dirk Mellies; Frank Möller, Greifswald 1989. Zeitzeugen erinnern sich, Marburg 2009; Hagen Findeis; Detlef Pollack, Selbstbewahrung oder Selbstverlust. Bischöfe und Repräsentanten der evangelischen Kirchen in der DDR über ihr Leben: 17 Interviews, Berlin 1999; Evelyn Finger, Kirchliche Opposition in der DDR: Auftrag erledigt! Warum die kirchliche Opposition der DDR nach der Wende so schnell verschwand. Ein Gespräch mit dem Theologen Erhart Neubert, in: Die Zeit, 26.9.2010 (http://www.zeit.de/2010/39/Interview-Neubert).
  • 9 Die meisten Zitate werden auf Wunsch der Pastoren anonym wiedergegeben. Alle Predigten befinden sich im Privatarchiv Pelz.
  • 10 M/S/51-65/N am 22.4.1990. Der erste Buchstabe steht für Mecklenburg (M) oder Greifswald (P), der zweite Buchstabe für Stadt (S) oder Land (L). Die Zahlen geben den Altersbereich des Predigers an, der letzte Buchstabe dient der eindeutigen Identifikation durch die Autorin.
  • 11 Carl-Christian Schmidt am 25.2.1990 im Bad Doberaner Münster
  • 12 Ders. am 8.4.1990 im Bad Doberaner Münster
  • 13 P/L/51-65/T am 1.7.1990
  • 14 P/L/51-65/W am 24.6.1990
  • 15 M/S/51-65/O am 19.11.1989
  • 16 Traugott Ohse am 31.12.1989
  • 17 Carl-Christian Schmidt am 5.8.1990 im Bad Doberaner Münster
  • 18 Traugott Ohse, Die drei Gnaden (Privatarchiv Pelz), S. 5.
  • 19 P/L/17-30/T am 29.7.1990
  • 20 P/S/41-50/O Ende Juli 1990
  • 21 Vgl. M/S/51-65/N am 11.2.1990
  • 22 Vgl. Ders. am 18.3.1990
  • 23 Vgl. Ders. 22.4.1990
  • 24 Klaus Fitschen, Der politische Protestantismus in Ost und West zwanzig Jahre danach: eine missglückte Wiedervereinigung?, S.41f.
  • 25 Regina Fritz, Ethos und Predigt, S. 235
  • 26 Vgl. Förster/ Roski, DDR zwischen Wende und Wahl, S. 53
  • 27 Vgl. Hannemann/ Francke, Kirchenmitglieder wollen schnelle Einheit, S. 139-143
  • 28 Klaus Fitschen, Der politische Protestantismus in Ost und West zwanzig Jahre danach: eine missglückte Wiedervereinigung?, S.42
  • 29 Carsten Sauerberg am 3.10.2010
  • 30 Kirsten Fehrs am 9.11.2014
  • 31 Vgl. Schacht, Ein Wunder erleben: Impuls, S. 290
  • 32 Dirk Evers, Was ist ein Wunder? Religionsphilosophische und systematisch-theologische Überlegungen aus evangelischer Sicht, S.24
  • 33 Michael Beleites, Vorwort, S. 7

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s